
Nun ist es also doch so weit – die finanziell schwer angeschlagene Spanair steht vor der Insolvenz. Am 27.01. stellte die vorwiegend in Spanien aktive Fluggesellschaft ihren Betrieb endgültig ein. Dies teilte das Unternehmen im Anschluss an einer kurzfristig anberaumten Sitzung mit.
Rund 22.000 Passagiere mussten kurzfristig auf andere Airlines umgebucht werden. Insbesondere an Spanair-Schaltern in Barcelona bildeten sich angesichts der vielen gestrichenen Flüge lange Schlangen. Eine Reservierung von Tickets über die Internetseite von Spanair war bereits zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Die Region Katalonien hatte zuvor als einer der wichtigsten Anteilseigner der Firma eine weitere Kreditvergabe ausgeschlossen. Die Regionalregierung hatte dies mit dem “derzeit schwierigen Wirtschaftsklima” und der “europäischen Gesetzgebung bezüglich des Wettbewerbs” begründet. Getroffen wurde diese Entscheidung, nachdem die Verhandlungen von Spanair mit der Fluggesellschaft Qatar Airways über eine finanzielle Partnerschaft gescheitert waren. Bereits im Januar 2011 hatte die katalonische Regierung der Fluglinie einen Notkredit über 10,5 Mio. Euro zugestanden. Auch davor wurde Spanair mehrfach finanziell unterstützt. Laut Medienberichten flossen bereits rund 90 Millionen Euro öffentliche Mittel in die Airline. Der andere große Aktionär, die skandinavische Fluggesellschaft SAS, hat bereits die Abschreibung seiner elfprozentigen Beteiligung in Höhe von 190 Mio. Euro angekündigt.
Das Unternehmen mit Sitz in Barcelona wurde im Jahre 1986 gegründet. Bereits 2009 musste Spanair seine Selbständigkeit zugunsten spanischer Aktionäre abgeben. In der Vergangenheit stand die Fluglinie insbesondere aufgrund seiner Pannen in den Schlagzeilen. So war eine Spanair-Maschine im Jahr 2008 kurz nach dem Start abgestürzt. Bei diesem Unglück, welches sich am Flughafen von Madrid ereignete, starben insgesamt 154 Menschen. Nur zwei Wochen später, musste ein Flugzeug von Spanair, welches auf dem Weg von der Mittelmeerinsel Ibiza nach Lissabon war, außerplanmäßig auf Mallorca landen. Erst beim dritten Versuch konnte die Maschinen endgültig abheben.
Zuletzt war die Fluglinie mit mehr als 200 inländischen Flügen aktiv. Insbesondere der Flughafen Palma de Mallorca wurde von vielen wichtigen deutschen Flughäfen aus angeflogen. In der Hauptsaison wurde die größte Insel der Balearen mehrmals von Frankfurt, München, Berlin etc. angesteuert. Die Einstellung des Flugbetriebes auf Mallorca kostet insgesamt 70 Mitarbeitern aus dem Call-Center und 40 aus den Bereichen Flugzeugwartung, Gepäckabfertigung, Boarding und Check-in ihren Arbeitsplatz. Es ist zu erwarten, dass andere Airlines die von Spanair hinterlassene Lücke an Mallorca-Flügen kurzfristig auffüllen werden.
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