
Am Mittwoch ist es auf einem Streckenabschnitt der Bahn bei Sineu zu einem Zugunglück gekommen, bei dem ein Zug entgleiste. Am frühen Morgen war der mit etwa fünfzig Pendlern besetzte Zug auf dem Weg von Manacor nach Palma, als er mit einem drei Meter großen Betonstück kollidierte. Dieses hatte sich aus der Stützmauer gelöst und war mit Steinen und Erde auf die Schienen gerutscht. Weil die Strecke an dieser Stelle eine Kurve macht, war der Zugführer nicht in der Lage, das Hindernis frühzeitig zu erkennen und konnte nicht mehr bremsen.
Durch die Kollision sprangen drei der fünf Waggons aus den Schienen. Etwa dreißig Menschen wurden verletzt, darunter zwei Personen schwer. Unter den Schwerverletzten ist auch der Lokführer des Zuges. Aktuell befindet er sich laut der behandelnden Klinik in einem kritischen Zustand und liegt nach einer Notoperation im Koma. Nur dadurch, dass sich die Unglücksstelle kurz vor dem Bahnhof Sineu befindet und der Zug seine Geschwindigkeit daher bereits gedrosselt hatte, wurde ein schlimmeres Ausmaß des Unglücks verhindert. Während die Waggons des entgleisten Zuges mittlerweile geborgen sind, laufen die Ermittlungen zur Unglücksursache auf Hochtouren. Es ist weiterhin unklar, ob Pfusch beim Bau der Bahnanlage und deren Befestigung eine Rolle spielt. Möglicherweise haben auch die anhaltenden Regenfälle der letzten Wochen zu Erdrutschen und damit zum Einsturz der Stützmauer geführt. Die Verantwortlichen berichten allerdings, dass laut regelmäßig stattfindender Kontrollen die Bahnstrecke sicher gewesen sein soll. Solange die Unfallursache nicht eindeutig geklärt ist, bleibt die Strecke bis auf weiteres gesperrt. Auf der Bahnstrecke Manacor-Sineu wurde ein kostenloser Busverkehr als Schienenersatz eingerichtet. Ab Sineu können die Passagiere wieder mit der Bahn in Richtung Palma weiterreisen.